Film

20
Feb
2010

13 Immobilien

Eine andere Filmidee dreht sich, grob gesagt, um das Thema Haus/Immobilie/Entvölkerung. Die Idee ist nicht ganz neu und ihr einstiger Arbeitstitel vielleicht auch schon obsolet - ich habe das mal „Im Osten geht die Sonne auf“ genannt. Ich möchte zu mehreren oder einer Immobilie in einer von Entvölkerung betroffenen Region Deutschlands filmen und recherchieren. Solche leerstehenden Häuser, auch Villen und Schlösser und andere hochinteressante Gebäude, werden regelmäßig versteigert. Zum Beispiel in Sachsen gibt es ehemalige Fabrikantenvillen, die verlassen vor sich hingammeln, aber einst sehr luxuriösen Wohnraum boten und eine Fülle von Geschichten und teilweise verlorenen Erinnerungen binden. Ich möchte ein paar solcher Immobilien, die versteigert werden sollen, besichtigen, und dann sowohl verfolgen, wer sich dafür interessiert und was für Pläne diese potenziellen Käufer damit haben, als auch in der Umgebung recherchieren, was Anwohner und Nachbarn oder auch die ehemaligen Bewohner mit dem Haus in Verbindung bringen. Idealerweise begleiten wir so ein Haus bis zu seiner Verteigerung und darüber hinaus.
Interessant finde ich dabei, wie etwas so ultimativ Konkretes wie ein Gebäude von seinem Nutzen und seinem Wert doch völlig abhängig vom gesellschaftlichen Kontext ist. Häuser sind nicht nur große schwere, mühsam zu errichtende Gegenstände, sondern traditionall auch Zielpunkt einer Sehnsucht nach Geborgenheit, Konstanten ganzer Familienbiografien. Ungeheuer auch, wie so ein Haus vielleicht mal reiche Menschen beherbergt hat, die damit vor allem repräsentieren wollten, dann völlig wertlos wird und dann vielleicht einer ganz anderen Sorte Mensch wieder Heimat bieten kann. Das verbunden mit einer Reise durch Gebiete, die nichts mehr zu bieten scheinen, durch Regionen, in denen ganze Dörfer leer stehen; ein möglicherweise sehr aufschlussreicher, überraschender und fesselnder Film. Den ich mit Hans Rombach bvk drehen will.
Fast dieselbe Idee hatte ich schon mal dem Kinderkanal für die Sendung „Fortsetzung Folgt“ vorgeschlagen, hoffentlich ist sie noch nicht geklaut worden.

12 Pflege

O weh, erst 11 Ideen aufgeschrieben? Da muss ich mich aber ranhalten. Ein Problem für die Ideen ist leider die Pflege meiner Mutter. Zwar ist die bestimmt wichtig(er?) und außerdem angenehm konkret, sie lässt mich aber auch sehr auf dem Boden der Tatsachen haften. Mitunter fühlt es sich an, als sei durch diese Verantwortung dann jede Kreativität wie weggeblasen. Das ist wiederum auch nicht gut, und deshalb habe ich während einer Zeit, die ich arbeitenderweise in Berlin verbracht habe und in der Mitbewohner_innen von mir sich um meine Mutter gekümmert haben, die Idee gehabt, demnächst mal ein bisschen im Umfeld meiner Mutter zu filmen. Umfeld ist gut; ich denke da genauer gesagt an sie, an ihr Bett, ihr Zimmer, ihren Blick nach draußen, an die Leute, die sich um sie kümmern und an das, was sie erzählt. Ein paar Aufnahmen über die PFLEGE, aus der vielleicht ein gleichnahmiger Film werden könnte. Ich brauch da hier keine Details dazu aufzuschreiben, ich mach das einfach.

29
Jan
2010

7 Kinder der Gemeinschaft

Allermeistens fallen mir ja Filme ein, oder jedenfalls sehr oft. Ich werde auch immer noch als Dokumentarfilmer wahrgenommen, obwohl ich gerade nicht eben dick im Geschäft bin. Wenn ich gefragt werde, was mein aktuellstes Projekt ist, dann sage ich, dass ich am liebsten einen Film über die Kinder im Ökodorf Sieben Linden drehen würde. So ein Film würde eine sehr inspirierende Perspektive auf „Gemeinschaft“ an sich und auf unser „Ökodorf“ im Besonderen eröffnen, aber auch Einblicke in das Leben der „Kinder der Gemeinschaft“ geben, die wir bislang noch nicht haben - obwohl die Frage wesentlich ist, was wir den Kindern mit unserem Lebensstil bieten und mitgeben können; daran muss sich unsere Idee „Ökodorf“ doch messen. Außerdem wäre das ein schöner Film, den viele gerne sehen würden. Das Interesse am „alternativen Leben“ ist ja da, und aufmerksame Neugierige wissen genau, dass die Kinder ganz deutlich spiegeln, wie erfolgreich wir unsere Projekte in die Tat umsetzen.

Wenn ich geschäftige Knirpse durch unser Dorf ziehen sehe, völlig von einem eigenen Bau- oder Spielprojekt absorbiert, dann wird mir manchmal erst klar, was wir mit oder trotz unseren erwachsenen Diskussionen, Rechnereien, Strukturüberlegungen, Konflikten, Befindlichkeiten, Geldsorgen und Beziehungsthemen hier schon geschaffen haben - einen geschützten Raum für die Kinder. Als ob die Kinder diejenigen sind, die von der Idee Gemeinschaft am meisten profitieren.
Das würde es im Film aber auch für ältere Kinder zu überprüfen gelten, deswegen würden mehrere (drei?) Kinder/Kindergruppen beobachtet, auch mit unterschiedlichen Mitteln, denn es gälte, nah bei ihnen zu sein. Vielleicht würde das in manchen Fällen nur gelingen, indem die Kinder ins Filmen einbezogen würden.
Wenn die Dreharbeiten und das entstehende Produkt entsprechend gelingen, wäre natürlich interessant, die porträtierten Kinder auf ihrem weiteren Lebensweg zu begleiten. Ich vermute, diese Absicht lässt Redakteure von heute vor Schreck erstarren (Folgekosten!) - aber schon mit dem Altersquerschnitt des hier angerissenen Films könnte herausgefunden werden, welche Bedürfnisse der Kinder von einer gemeinschaftlichen, „alternativen“ Lebensweise befriedigt werden und welche nicht. Die Teenager müssen sich natürlich viel mehr mit den Widersprüchen zwischen Heimatgemeinschaft und Außenwelt (Schule, Freunde, Verwandte, Medien) beschäftigen als Vorschulkinder - für den Film hochinteressant.

Diese Idee ist lebendig, das merke ich, wenn ich sie aufschreibe. Und weil ich trotz einigem Unsinn, den ich in diesem Blog hinterlasse, auch ernst genommen werden will, weise ich mal eben darauf hin, dass einige meiner Ideen durchaus schon wahr geworden sind:
  • „Mein Heimatfilm“ (wurde zu „Schnee von Gestern“) war eine Idee von 2001, die 2004 zum ersten Mal aufgeschrieben, dann vielfach präsentiert, schließlich gedreht und nachgearbeitet wurde. Es gab eine erfolgreiche Premiere und inzwischen Filmplakate und fertige DVDs mit Untertiteln und Bonusmaterial. Fix und fertig, wenn auch nicht so erfolgreich wie gewünscht.
  • „Leben unter Palmen“, mein Film übers Ökodorf Sieben Linden, kommt immer wieder richtig gut an, lief auf Festivals und im Fernsehen. Die Idee kam im April 2001, an Sylvester desselben Jahres konnte ich den Rohschnitt präsentieren.
  • Ideen, die nicht ursprünglich von mir selbst initiiert, aber ausgestaltet wurden, waren die Filme übers „Los Geht's“, über „Genfrei Gehen“ und über das Projekt „U-DJ“ - allesamt zur Zufriedenheit der Auftraggeber fertiggestellt. „Es geht ja um Mutti.“, mein Diplomfilm, lief schon zweimal im Fernsehen und wurde richtig gut besprochen.
  • 1997 schrieb ich einen Roman. Der entspricht allerdings nicht mehr meinen heutigen Vorstellungen von Literatur.
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Der Mann mit den 1000 Ideen

Was ist das hier?

"Die Ideen kommen und es ist schön, wenn sie kommen..." Eine Einführung zu dieser Seite finden Sie ganz unten, zu Beginn des ersten Eintrages. Ansonsten ist noch darauf hinzuweisen, dass dies hier nicht nur eine bestenfalls unterhaltsame, amüsante Kolumnensammlung ist, sondern tatsächlich eine Aufzählung von mehr oder weniger guten Ideen - die ja vielleicht mit Ihrer Hilfe in die Welt wollen! Also, kommentieren Sie Ideen, die Sie irgendwie ansprechen. Mal sehen, ob dann mehr draus wird, als wenn ich die Ideen nur in meine Privatkladden kritzele...

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